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Forscher untersuchen Bosch-System Studie: telemedizinische Betreuung entlastet Gesundheitssystem

  • Kranke durch Therapieprogramme aktiv in Therapie einbezogen
  • Deutlich niedrigere Kosten pro Patienten
  • Merklich geringere Mortalitätsrate
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  • 04. November 2011
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Pressetext

Waiblingen – Die telemedizinische Betreuung von Patienten im Rahmen eines regional angelegten Versorgungsmanagements für chronisch Kranke erhöht die Lebenserwartung und kann einen entscheidenden Beitrag zur Kostensenkung im Gesundheitswesen leisten. Dies geht aus der Studie „Integrated Telehealth and Care Management Program for Medicare Beneficiaries with Chronic Disease Linked to Savings“ (erschienen in Health Affairs, Vol 30, No 9, September 2011) hervor, die den Kosteneffekt des Health Buddy Programms – ein coachingbasiertes Telemedizinsystem der Bosch Healthcare GmbH – untersucht hat. Im Mittelpunkt standen Patienten, die mindestens von einer der chronischen Erkrankungen Herzinsuffizienz (CHF), chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sowie Diabetes mellitus betroffen waren. Die Zunahme chronischer Krankheiten ist auch für Deutschland von enormer Bedeutung. So führt der Sachverständigenrat für die Entwicklung im Gesundheitswesen schon heute 75 Prozent der Ausgaben auf diese Patientengruppe zurück.

Die Forschergruppe um den Leiter des Bereichs Health Services Research an der Universität Stanford, Laurence C. Baker analysierte die Veränderung der Gesundheitsausgaben von 1 767 Patienten in Bezug zu einer homogenen Vergleichsgruppe nach Einführung des Health Buddy Programms. Dabei wurden pro Patient Kostenersparnisse von 7,7 bis 13,3 Prozent (bis zu 540 Dollar) je Quartal über einen Zeitraum von zwei Jahren ermittelt. Zudem stellten die Forscher bedeutsame Unterschiede in der Mortalität zwischen der Behandlungs- und Vergleichsgruppe fest. Dies lege den Schluss nahe, dass die Intervention zu merklichen Veränderungen des Gesundheitszustandes führt. Allerdings bedarf es nach Aussage der Autoren weiteren Analysen, um diese Auswirkungen umfassend zu verstehen, da die Mortalität nicht im Fokus der Untersuchung stand.

„Koordinierte Bemühungen, chronisch Kranke zu behandeln, werden unter anderem durch die Fragmentierung und Diskontinuität des Versorgungssystems erschwert“, erläuterte Dr. Baker die Hintergründe der Studie und betonte: „Mit dieser Studie wollten wir untersuchen, ob die Einführung dieses Programms die Ausgabensituation für gezielt ausgewählte, chronisch kranke Patienten verändert.“ Dazu wurden Personen zur Teilnahme eingeladen, die unter das herkömmliche Einzelleistungsvergütungssystem der staatlichen Krankenversicherung Medicare fallen.

Untersuchung in zwei US-Bundesstaaten
Das Health Buddy Programm wurde in zwei unterschiedlichen regionalen Versorgungsnetzwerken durchgeführt: zum einen im Wenatchee Valley Medical Center, Bundesstaat Washington und zum anderen in der Bend Memorial Clinic, Bundesstaat Oregon. Die verantwortlichen Versorgungsteams verwendeten in beiden medizinischen Zentren das coachingbasierte Telemedizinsystem von Bosch mit dem Ziel die Kommunikation mit den Patienten zu verbessern, Vitalparameter zu überwachen und die Patienten besser über ihre chronische Erkrankung zu informieren. Gleichzeitig unterstützte das System die Teams bei der Koordination und stärkeren Vernetzung aller beteiligten Leistungserbringer mit den Patienten. „Mit dem Health Buddy System können chronisch Kranke ihrem Arzt ihren Gesundheitszustand mitteilen. Erstmals bietet sich so die Möglichkeit, ihre Versorgung tatsächlich zu überwachen und zu koordinieren“, betonte Sean Rogers, medizinischer Direktor des Programms an der Bend Memorial Clinic. Das System sei einfach zu bedienen. Somit könnten Patienten eine aktive Rolle in ihrer eigenen Versorgung übernehmen, medizinische Parameter würden öfter gemessen und ihr Gesundheitszustand besser überwacht.

Unter der Leitung von Ärzten und Pflegekräften versorgt das Bosch Telemedizin System Patienten mit leitlinienbasierten Programmen, die umfassend den Bedürfnissen chronisch kranker Menschen begegnen. Durch Information und Motivation wird der Patient darin unterstützt, mehr Einfluss auf seinen Gesundheitszustand zu nehmen und seine Gesundheit aktiv zu verbessern, während gleichzeitig die Verläufe bestimmter Vitalparameter und Veränderungen von Symptomen systematisch erfasst werden. „Die Ergebnisse dieser Studie, in einer Reihe mit 14 weiteren randomisiert-kontrollierten klinischen Studien, unterstreichen erneut den Nutzen des Bosch Telemedizin Systems und unterscheiden es von den meisten übrigen Telemonitoring-Systemen, die sich auf die reine Überwachung von Vitalparametern beschränken“, stellte Dr. Jasper zu Putlitz, Geschäftsführer der Robert Bosch Healthcare GmbH fest.

Jahrelange Erfahrung in der Telemedizin
Bereits seit mehr als zehn Jahren können Patienten mit dem Bosch Telemedizin System von zu Hause aus eine aktivere Rolle in der Überwachung ihres Gesundheitszustandes übernehmen. Mehr als 150 000 Patienten haben bereits davon profitiert. Derzeit nutzen mehr als 50 000 chronisch Kranke aktiv das Bosch-System täglich. Die Patienten erhalten dabei ein kleines Gerät, das sie über vier einfache Knöpfe und einen leicht lesbaren Bildschirm zu Hause bedienen können. Jeden Tag stellt ihnen das System eine Reihe personalisierter Fragen und gibt nützliche Tipps, wie sie noch besser auf ihre Gesundheit achten können. Ergänzend können verschiedene Vitalparameter gemessen und über das System übertragen werden. Die von dem System generierten Daten werden über eine Telefonleitung, Wireless-Modem oder Ethernet-Verbindung an ein sicheres Datenzentrum weitergeleitet und dort schnell analysiert.

Zu Health Affairs
Health Affairs ist die führende Fachzeitschrift für gesundheitspolitische Fragen und Forschung. Die Zeitschrift basiert auf dem Peer-Review-Prinzip und wurde 1981 unter der Schirmherrschaft von Project HOPE gegründet, einer gemeinnützigen internationalen Organisation mit dem Schwerpunkt Gesundheitserziehung. Health Affairs untersucht gesundheitspolitische Themen, die sowohl in den USA als auch international aktuell sind.

Journalistenkontakt:
Roland Hüppmeier,
Telefon +49 711 811-58254

Die Robert Bosch Healthcare GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bosch Gruppe und arbeitet mit Kostenträgern und Leistungserbringern daran Telemedizin erfolgreich umzusetzen - für eine bessere Versorgung chronisch Kranker und ein nachhaltiges Gesundheitswesen. Die Erfolge des Bosch Telemedizin Systems resultieren aus der Verbesserung des Selbstmanagements und der Therapietreue, erreicht durch aktive Patientenbegleitung in Form von täglichen Therapieprogrammen.
Mehr Informationen unter www.bosch-telemedizin.de.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunter-nehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik erwirtschafteten rund 285 000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 47,3 Milliarden Euro. Für 2011 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro und eine Mitarbeiterzahl von gut 300 000 zum Jahresende. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in über 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2010 gab Bosch 3,8 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete über 3 800 Patente weltweit an. Mit allen seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.

Das Unternehmen feiert 2011 sein 125-jähriges Bestehen. Es wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" von Robert Bosch (1861-1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehme­rische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen, langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte liegen mehrheitlich bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, www.125.bosch.com

PI7576 - 04. November 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Sandra Nelles

+49 711 811-58269 E-Mail senden

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