Henning von Boxberg Mitglied des Bereichsvorstands im Geschäftsbereich Power Tools der Robert Bosch GmbH" />

Power Tools

Elektrische Gartenwerkzeuge:Wachstumschancen durch neue Zielgruppen Henning von Boxberg Mitglied des Bereichsvorstands im Geschäftsbereich Power Tools der Robert Bosch GmbH

  • anlässlich der Pressekonferenz in Stuttgart am 25. August 2011
Beitrag sammeln
PDF herunterladen
  • 25. August 2011
  • Power Tools
  • Referat

Pressetext

Meine Damen und Herren,
Bosch Gartenwerkzeuge blickt auf ein zufriedenstellendes Jahr 2010 zurück - gemessen an der schwachen Entwicklung unse­rer wichtigsten Märkte. Weltweit erzielten wir nominal ein Wachstum von 2,4 Prozent. Der Umsatz stieg damit auf 223 Mil­lionen Euro. Währungsbereinigt blieb der Umsatz stabil.

35 Prozent der Verkaufserlöse wurden im vergangenen Jahr mit neuen Produkten erzielt, deren Markteinführung weniger als zwei Jahre zurück­liegt. Dies zeigt die hohe Innovationskraft von Bosch. Besonders stark nachgefragt waren unsere Akku-Gartengeräte. Sie machen über 30 Prozent des Umsatzes aus.

In den einzelnen Regionen verlief die Geschäftsentwicklung un­terschiedlich. In vielen Ländern Westeuropas machten sich ne­ben ungünstigen Witterungseinflüssen noch die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise bemerkbar. In Summe stagnierte unser Umsatz dort. In Osteuropa hingegen erzielten wir ein Wachstum von sechs Prozent. Eine Umsatzsteigerung von 38 Prozent konnten wir in Asien verzeichnen. Besonders die gro­ßen Länder wie zum Beispiel Indien entwickeln sich zu interes­santen Märkten. Auch im Mittleren Osten und in Afrika werden Gartengeräte vermehrt nachgefragt. In dieser Region wuchs un­ser Umsatz um 17 Prozent.

Der europäische Markt für elektrisch betriebene Gartengeräte schrumpfte insgesamt im Wert um knapp zwei Prozent auf 843 Millionen Euro. Die Menge verkaufter Geräte blieb konstant bei 13,7 Milli­onen Stück. Bosch konnte in diesem schwierigen Umfel­d, wie schon in den vergangenen Jahren, Marktanteile hinzu gewinnen. Seit dem Jahr 2006 wuchs unser Marktanteil in Europa auf 24 Prozent und in Deutschland auf 21 Prozent. In dieser Zeitspanne erzielten wir eine durchschnittliche Wachs­tumsrate von acht Prozent in Europa und 17 Prozent in Deutschland.

In den ersten Monaten 2011 hat sich der europäische Markt po­sitiv entwickelt, beflügelt vom schönen Frühjahrswetter sowie vom Nachholbedarf der Kunden und des Handels. Inzwischen mehren sich jedoch die Anzeichen für einen weniger erfreuli­chen Marktverlauf, bedingt vor allem durch die wechselhafte Witterung der letzten Wochen. Dennoch bleibt unsere Prognose für die Geschäftsentwicklung positiv. Wir wollen unsere Erfolgs­geschichte weiter schreiben und erneut schneller als der Markt wachsen.

Führend bei Gartengeräten mit Lithium-Ionen-Akku
Das Marktsegment der Gartengeräte mit Lithium-Ionen-Akku entwickelte sich überdurchschnittlich gut. Der Wert aller in Europa verkauften LI-Geräte stieg im Jahr 2009 um 13 Prozent und 2010 um fünf Prozent. Als Pionier dieser Technik ist Bosch mit mehr als 50 Prozent Marktanteil der führende Anbieter. 2010 konnte Bosch trotz eines immer breiter werdenden Wettbewerberangebots sogar einen Prozentpunkt Marktanteil hinzugewinnen.

Der Erfolg von Bosch im Gartengerätemarkt gründet auf unserer konsequenten Innovations- und Markenstrategie. In den vergan­genen fünf Jahren brachten wir mehr als einhundert neue Gar­tengeräte auf den Markt. Sieben der zehn in europäischen Bau­märkten bestverkauften Elektro-Gartengeräte sind von Bosch.

Erschließung neuer Zielgruppen
Unsere Marktbeobachtungen zeigen erfreulicherweise ein wachsendes Potenzial für Gartengeräte. Zu der klassischen Zielgruppe der Hobbygärtner kommen drei weitere, immer stärker werdende Gruppen hinzu: Ältere Gärtner, pragmatische Gärtner und urbane Gärtner. Sie haben recht unterschiedliche Interessen an Gartengeräten:

  • Immer mehr ältere Menschen entdecken für sich den Gar­ten als Betätigungsfeld. Sie sind sehr an den Ein­satzmöglichkeiten der verschiedenen Geräte interessiert und lassen sich darum intensiv beraten. Sie bevorzugen Geräte, mit denen sie ohne große körperliche Anstren­gung ihr kleines Reich gestalten und pflegen können.
  • Die so genannten pragmatischen Gärtner sind meist weiblich. Ihr Interesse an Gartenarbeit ist gering, sie beschäftigen sich nur dann und wann mit ihrem Garten. Sie treffen spontane Kaufentscheidungen und bevorzugen einfach handzuhabende Geräte, die auch mit Blick auf Kinder oder Haustiere sicher sind.
  • Die in größeren Städten wohnenden Menschen haben meist kleine bis mittelgroße Gärten. Sie kaufen sehr preisbewusst ein und wünschen sich zuverlässig arbei­tende Geräte in guter Qualität mit Standardfunktionen sowie die Auswahl aus einem vollen auf ihre Ansprüche zugeschnittenen Sortiment.
Die weltweit stattfindende Abwanderung aus ländlichen Gebie­ten in die Städte hält unvermindert an. Nach einer aktuellen Studie der Vereinten Nationen leben erstmals mehr als 50 Pro­zent der Weltbevölkerung in Städten. Bis 2050 sollen es sogar 70 Prozent sein. Daher wird auch die Zielgruppe der Gartenbe­sitzer in Städten deutlich anwachsen.

Auf diese neuen Marktgegebenheiten gehen wir uns mit unserer Zwei-Marken-Strategie ein. Für die passionierten Hobbygärtner, die älteren Gärtner und die pragmatischen Gärtner ist unser Angebot unter der Marke Bosch bestimmt. Die preisbewussten und auf prakti­sche Lösungen orientierten Städter, teilweise auch die pragmatischen Gärtner, finden bei der Marke Skil Geräte, die ihren Bedürfnissen gerecht werden.

Das Gartenangebot von Skil bietet:
  • ein vollständiges Produktsortiment,
  • optimale Ergonomie und ansprechendes Design,
  • einfaches Verstauen bei geringem Platzbedarf.
Gartenwerkzeuge der Marke Bosch sind mit ihrer Konzeption für müheloses Arbeiten und hohe Mobilität erfolgreich. Beispiele dafür sind die Gras- und Strauchschere Isio und die Rotak-Rasenmäher mit Ergoflex-System. Mit dem Multi-Positions-Griff sind die Mäher sehr leicht handzuhaben und zu kontrollieren. Er entlastet Arme und Rücken und ermöglicht es, in verschiedenen komfortablen Körperhaltungen zu mähen. Diese Innovation wurde von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) zertifiziert.

Im Jahr 2011 konnten wir bisher weltweit rund 25 Prozent mehr Rotak-Mäher verkaufen als im Vorjahreszeitraum. Davon sind mehr als 90 Prozent mit dem Ergoflex-System ausgerüstet. Das Sys­tem setzen wir in insgesamt 35 Mäher-Varianten ein. Dass die Gartenliebhaber mit den Rotak-Mähern hochzufrieden sind, zeigen uns die hervorragenden Bewertungen in Internet-Foren.

Chancen auf neuen Märkten
Wir bedienen nicht nur neue Zielgruppen, sondern erschließen auch neue Märkte in aufstrebenden Ländern wie zum Beispiel Indien. In diesen Märkten entstehen durch den Ersatz von Handwerkzeugen im Garten durch elektrische Gartengeräte große Chancen für uns, die wir nutzen wollen.

So haben wir in Indien beispielsweise einen spezialisierten Vertrieb mit zwölf Vertriebsmitarbeitern aufgebaut. Inzwischen führen dort 200 Fachhändler unsere Gartengeräte im Sortiment. 50 davon sind reine Garten-Fachgeschäfte. Außerdem schaffen wir hier Wachstum mit Event-Marketing: An 300 Vorführtagen pro Jahr informieren wir Kunden über unsere Geräte und wecken deren Interesse.

In diesem Jahr setzen wir in Indien das Konzept „Green and Clean“ um - „Green and Clean“ steht für den Vertrieb von Gartengeräten zusammen mit Hochdruckreinigern. Die Händler, die sich daran beteiligen, sollen exklusiv Bosch-Produkte sowie kompetente Beratung und leistungsfähigen Service unter einem Dach anbieten.

Diese Aktivitäten sind vielversprechend: Nachdem wir im ver­gangenen Jahr erfolgreich in den Markt eingestiegen sind, wird unser Umsatz in diesem Jahr voraussichtlich um 60 Prozent zulegen.

Der Bereich Bosch Gartenwerkzeuge hat sich in den vergange­nen Jahren sehr dynamisch entwickelt. Wir wollen auch weiter­hin auf der Erfolgsspur bleiben und weitere Marktanteile gewin­nen. Mit Innovationskraft, der Analyse und Umsetzung von Kun­denbedürfnissen, der genauen Beobachtung der Märkte sowie der Erschließung neuer Märkte werden wir die Chancen nutzen, die sich uns weltweit bieten.

RF00132 - 25. August 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Martin Steinlehner

+49 711 758-3132 E-Mail senden

Diesen Beitrag teilen