Mobility Solutions

Leistungsfähig und kompakt Neues Bosch-ABS für alle Motorradtypen Sicher bremsen mit ABS

  • Weltweit erstes motorradspezifisch entwickeltes Bremsregelsystem
  • Kompakte Abmessungen ermöglichen den Einsatz auch bei Rollern und kleinen Motorrädern
  • Flexible Konstruktion ermöglicht Ausbaustufen vom Basissystem bis zur elektronisch gesteuerten Verbundbremse
  • EU-Kommission will mit ABS-Pflicht die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer deutlich senken
  • Nur 16 Prozent aller 2010 neu hergestellten Motorräder in der EU hatten ABS an Bord
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  • 07. Juli 2011
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Pressetext

Das alte Argument, Antiblockiersysteme (ABS) seien zu groß und zu schwer für Motorräder, gilt nicht mehr. „Die aktuelle Generation 9 von Bosch ist mit einer Größe von 0,4 Litern und einem Gewicht von 700 Gramm nahezu halb so groß und schwer wie die Vorgängergeneration und damit das aktuell kleinste Motorrad-ABS der Welt“, sagt Tobias Fluck, ABS-Experte für Motorräder bei Bosch. Das Unternehmen bietet das modular aufgebaute System in verschiedenen Ausbaustufen an, die von einer Basisvariante bis zur Top-Version mit integrierter elektronischer Verbundbremse reichen. Damit steht für jedes Motorrad eine passgenaue Lösung zur Verfügung – von der preiswerten Einstiegsmaschine bis zum Supersportler. Die Generation 9 ist bereits seit 2010 in Serie und wird aktuell in Modellen von Kawasaki, BMW, Ducati und KTM eingesetzt.

Sicher bremsen mit ABS
Muss ein Motorradfahrer heute in einer kritischen Situation schnellstmöglich bremsen, steht er vor einer schwierigen Aufgabe. Bei den meisten Motorrädern muss er zum einen mit Hand- und Fußbremse den Bremsdruck für Vorder- und Hinterrad getrennt steuern, zum anderen muss er ein Blockieren der Räder unter allen Umständen vermeiden. Das Ergebnis einer Bosch-Untersuchung auf Basis der deutschen Unfalldatenbank GIDAS ist daher nicht verwunderlich: 47 Prozent der Motorradunfälle werden durch falsches und zögerliches Bremsen verursacht. ABS löst dieses Problem und ermöglicht ein sicheres Bremsen, indem es das Blockieren der Räder verhindert. Dies kann sowohl den Sturz verhindern als auch den Bremsweg deutlich verkürzen. Bislang sind ABS-Systeme im Motorrad aber noch selten vorhanden. Während Pkw in Europa bereits seit Mitte 2004 serienmäßig mit dem Blockierschutz vom Band rollen, waren 2010 nur 16 Prozent der neu produzierten Motorräder mit ABS ausgerüstet.

Das kompakte Bosch-System ist in drei Versionen verfügbar
ABS-Systeme aller Zulieferer basierten bislang auf der Pkw-Technik und waren daher vergleichsweise groß. War ein Einbau bei größeren Maschinen noch möglich, so gelingt dies bei kleinen Motorrädern oftmals nicht mehr. Zeitgleich zur neuen Generation von Bosch-Bremsregelsystemen für Pkw haben die Ingenieure des Bosch-Entwicklungszentrums in Japan daher eine eigenständige ABS-Baureihe für Motorräder konzipiert. Das Ergebnis: Die ABS-Generation 9 ist nur noch halb so groß wie ihr Vorgänger. Sie ist zudem modular aufgebaut, so dass sich Varianten für unterschiedliche Funktionsumfänge realisieren lassen, und sie ist kostengünstig konstruiert, was eine wichtige Voraussetzung für den breiten Einsatz in allen Motorrädern mit hydraulischer Bremsanlage ist.

Trotz ihrer kompakten Bauart bietet bereits die Basisvariante ABS 9 base den vollen Blockierschutz. Auch sprunghaft veränderte Straßenverhältnisse, wie sie etwa durch Rollsplitt oder Ölflecken hervorgerufen werden, verlieren ihren Schrecken. Auch ungeübte Fahrer können so sichere Bremsmanöver durchführen. Die Variante ABS 9 plus ist besonders für leistungsstarke Maschinen geeignet. Indem das System bereits beim Druckaufbau während einer Notbremsung wirksam wird, kann es mithilfe eines zusätzlichen Drucksensors speziell das Abheben des Hinterrads und damit den drohenden Überschlag nach vorne verhindern.

Die leistungsfähigste Ausbaustufe ABS 9 enhanced bietet zusätzlich die sogenannte eCBS-Funktion. Dieses Kürzel steht für „electronic Combined Brake System“, zu deutsch elektronisches Verbund-Bremssystem. Damit beschreibt Bosch eine neuartige Kombination aus Vorder- und Hinterradbremse: Es genügt bei dieser integrierten Version, wenn der Fahrer nur eine der beiden Bremsen – wahlweise vorne oder hinten – betätigt: ABS 9 enhanced schaltet die zweite Bremse automatisch zu, ohne dass die Bedienkraft für den Fahrer ansteigt oder die Dosierung sich verändert. Sicheres Bremsen gelingt damit bei Nässe ebenso wie auf trockener, griffiger Fahrbahn.

Heute schon kann ABS 9 enhanced helfen, Aufstellmoment und Kurvenneigung beim Bremsen in Schräglage moderat zu stabilisieren. Das Bosch-ABS 9 mit eCBS ist zudem noch weiter ausbaufähig. So bewähren sich heute schon Versionen in der Erprobung, die den Bremsdruck auch in Kurven so effektiv modulieren, dass der typische Motorradunfall durch Überbremsen des Vorder- oder Hinterrads auch hier weitgehend ausgeschlossen bleibt. Auch ein abgestimmter Eingriff in das Motormanagement ist möglich. Dadurch werden neue Funktionen wie eine Traktionskontrolle und eine Berg-Anfahrhilfe nutzbar.

ABS für alle motorisierten Zweiräder ab 2017
Allein in Europa starben 2009 über 5 000 Motorradfahrer im Straßenverkehr. Dem European Transport Safety Council (ETSC) zufolge ist die Gefahr eines tödlichen Unfalls, bei gleicher zurückgelegter Entfernung, für Motorradfahrer 18-mal größer als für Autofahrer. Zahlreichen wissenschaftlichen Studien zufolge ist ABS das System mit dem höchsten Sicherheitsgewinn für Motorräder. So bestätigt eine im Oktober 2009 präsentierte Studie der schwedischen Straßenbehörde „Vägverket“, dass sich mit ABS 38 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden und 48 Prozent aller schweren und tödlichen Unfälle verhindern lassen. Eine Bosch-Untersuchung auf Basis der großen deutschen Unfalldatenbank GIDAS kommt zum Ergebnis, dass sich ein Viertel aller Unfälle mit Verletzten und Getöteten vermeiden ließe, wäre ABS serienmäßig an Bord. Ein weiteres Drittel dieser Unfälle wäre durch den Blockierschutz zumindest positiv beeinflussbar. Überzeugt durch entsprechende Studienergebnisse hat die EU-Kommission bereits 2010 eine ABS-Ausrüstungspflicht für motorisierte Zweiräder mit mehr als 125 Kubikzentimeter Hubraum ab dem Jahr 2017 vorgeschlagen. Die von der Europäischen Kommission hierfür durchgeführte Nutzenstudie zeigt auf, dass sich mit einer ABS-Pflicht allein in den nächsten 10 Jahren mehr als 5 000 Leben retten ließen. Eine Entscheidung wird noch dieses Jahr erwartet. Aber auch für die aufstrebenden Märkte in Asien und Südamerika verspricht das ABS eine signifikante Verbesserung der Verkehrssicherheit. Voraussetzung für den Einsatz des Systems ist eine hydraulische Bremsanlage. Dieser Standard befindet sich derzeit auf allen Märkten auf dem Vormarsch.

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2015 mit 41,7 Milliarden Euro 59 Prozent zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den drei Domänen der Mobilität – Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung – und bietet seinen Kunden ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI7438 - 07. Juli 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Stephan Kraus

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