Personal- und Sozialthemen

Einmaliger Forschungs- und Lehrverbund: Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eröffnen Bosch Zentrum für Leistungselektronik Investition von mehr als 30 Millionen Euro

  • Bosch kooperiert mit Hochschule Reutlingen und Universität Stuttgart
  • Insgesamt sieben Lehrstühle für neuen Verbund Leistungselektronik
  • Langfristige Bedarfssicherung von hochqualifizierten Absolventen
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  • 08. Juni 2011
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Pressetext

Stuttgart – Die Bosch-Gruppe, die Hochschule Reutlingen, die Universität Stuttgart und das Land Baden-Württemberg haben am Mittwoch ein neues Studien- und Forschungszentrum für Leistungselektronik mit einer Investitionssumme von mehr als 30 Millionen Euro eröffnet. In Anwesenheit von Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid sowie Professor Dr. Hermann Scholl, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrates der Robert Bosch GmbH, weihten die Kooperationspartner das Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik (RBZ) im Reutlinger Stadtteil Rommelsbach feierlich ein. Mit der Kooperation entsteht der erste Forschungs- und Lehrverbund dieser Art in Deutschland. Bosch und das Bundesland Baden-Württemberg bringen über rund zehn Jahre insgesamt mehr als 30 Millionen Euro in neue Professuren und Infrastruktur ein. Zur Leistungselektronik zählen Bauelemente und Komponenten, die etwa für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, aber auch für Photovoltaik-Systeme genutzt werden. Standorte des RBZ sind Reutlingen und Stuttgart.

Modellcharakter für kooperative Promotionsprogramme
Eine Besonderheit des neuen Studien- und Forschungszentrums ist das gemeinsame Promotionsprogramm zwischen der Universität Stuttgart und der Hochschule Reutlingen. Es ermöglicht den besten Absolventinnen und Absolventen beider Hochschulen die Erstellung einer Doktorarbeit und hat Modellcharakter für weitere inzwischen beschlossene kooperative Promotionsprogramme zwischen Universitäten und Hochschulen. Für die Doktoranden stehen insgesamt elf Stipendien zur Verfügung.

Innovationsmotor Bosch
„Hochqualifizierte Absolventen sind der Schlüssel für Innovationen und damit auch für wirtschaftlichen Erfolg. Es muss uns daher gelingen, exzellent ausgebildeten Nachwuchs zu gewinnen, damit der Innovationsmotor Bosch weiter läuft. Mit der Investition stärken wir darüber hinaus den Wirtschafts- und Bildungsstandort Deutschland“, sagte Dr. Wolfgang Malchow, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor von Bosch.

Exzellenz in Forschung und Technologie
Darüber hinaus bilde das neue Zentrum eine wichtige Säule auf dem Weg zu wissenschaftlicher und technologischer Exzellenz. „Wir erwarten, dass das RBZ in der Erforschung der Schlüsseltechnologien und -methoden der Mikro- und Leistungselektronik einen wesentlichen Beitrag leisten wird, der letztlich in überlegenen Produkten mündet“, sagte Dr. Volkmar Denner, bei Bosch für Automobilelektronik verantwortlicher Geschäftsführer.

Um den Technologietransfer realisieren zu können, müssen die Themen der Leistungselektronik effizient in die Aus- und Weiterbildung integriert und ein Transfer zwischen Unternehmen, Hochschulen und Universitäten ermöglicht werden. „Das Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik ist hier ein gelungenes Beispiel“, lobte Dr. Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft. „Mit der Kooperation entsteht ein Forschungs- und Lehrverbund, der die ganze Bandbreite von Hochschulausbildung, Forschung, Technologietransfer, Nachwuchsförderung und wissenschaftlicher Weiterbildung abdeckt. Damit wird die Ausstrahlungskraft der Wirtschaft und Wissenschaft im Land entscheidend gestärkt und nachhaltig etabliert.“

„Die Studierenden werden gezielt auf neue fachliche Herausforderungen der Zukunftsfelder Elektromobilität und erneuerbare Energien vorbereitet. Denn gerade in diesen Bereichen werden künftig viele neue Arbeitsplätze entstehen“, sagte der Reutlinger Hochschul-Präsident Prof. Dr. Peter Nieß.

Die Leistungselektronik ist ein zukunftsweisendes Forschungsthema mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten auf Feldern wie den erneuerbaren Energien, der Medizintechnik, der Haustechnik oder der Elektromobilität. „Wichtig ist es dabei, nicht nur Einzelkomponenten zu betrachten, sondern Gesamtsysteme zu optimieren. Die Zusammenarbeit mit Marktführer Bosch und der international aufgestellten Hochschule Reutlingen ermöglicht einen solchen systemischen Ansatz und eröffnet über ein gemeinsames Promotionsprogramm zudem neue Wege in der Doktorandenausbildung“, so Rektor Professor Wolfram Ressel von der Universität Stuttgart.

International anerkanntes Niveau
In Reutlingen werden 35 zusätzliche Bachelor-Studienplätze und ein Masterstudiengang mit 30 Studienplätzen pro Jahr eingerichtet. Mit der Leistungselektronik wird das Lehrangebot der Hochschulen um ein für die Region wichtiges Fachgebiet erweitert. Dank der Erweiterung konnten bereits exzellente Professoren angeworben und hervorragende studentische Bewerber rekrutiert werden. Langfristig ist das Ziel, eine Einrichtung auf international anerkanntem Niveau aufzubauen.

Der geplante Verbund Leistungselektronik umfasst insgesamt sieben Lehrstühle. Davon werden fünf neue Professuren mit einem Gesamtvolumen von mehr als 30 Millionen Euro finanziert, drei davon entstehen in Reutlingen, eine Juniorprofessur in Stuttgart und eine gemeinsame Professur in Reutlingen und Stuttgart.

Wie teilen sich Unternehmen und Land die Förderung? Bosch unterstützt zwei Stiftungsprofessuren an der Hochschule Reutlingen mit rund 12,4 Millionen Euro. Hierzu zählen die Erstausstattung der neuen Lehrstühle sowie Personal in Wissenschaft und Verwaltung. Hinzu kommen rund 5 Millionen Euro von Bosch für eine Professur an der Universität Stuttgart sowie 2,3 Millionen Euro für Naturalleistungen wie Versuchsdurchläufe in der Halbleiterfertigung und Nutzung von Laboreinrichtungen. Die Bosch-Gesamtförderung beträgt also rund 20 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg stellt über das Wissenschaftsministerium insgesamt 12 Millionen Euro über zehn Jahre bereit.

Das RBZ ist auf dem Gelände des ehemaligen Bosch-Fertigungsstandorts in Reutlingen-Rommelsbach entstanden. Dazu Geschäftsführer Dr. Malchow: „Wir freuen uns, dass wir eng mit der Region verbunden bleiben. Die Weiterentwicklung des Produktionsstandorts zu einem modernen Wissenschaftsstandort zeigt, dass Bosch wandlungsfähig auch auf diesem Gebiet ist.“

Eröffnung RBZ Standort Rommelsbach

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI7426 - 08. Juni 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Sven Kahn

+49 711 811-6415 E-Mail senden

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