Personal- und Sozialthemen

125 Jahre Bosch – Auftakt zur Hochschulförderung „Wer nicht weiterbildet, wird scheitern.“

  • Interview mit Dr. Wolfgang Malchow,
    Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH
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  • 25. Mai 2011
  • Personal- und Sozialthemen
  • Referat

Pressetext

Umwelt, Energie und Mobilität gelten als die großen technologischen Herausforderungen der Zukunft. Welchen Einfluss haben diese Themen auf die Gesellschaft und speziell auf den Arbeitsmarkt?
Die Megatrends Umwelt, Energie und Mobilität stellen enorme Anforderungen an die Gesellschaft. Sie bieten aber zugleich große Chancen. Besonders Unternehmen und Hochschulen stehen in der Verantwortung, gemeinsam zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln, vor allem in den Anwendungsbereichen Elektromobilität, Energieerzeugung, Energieeffizienz und Emissionsreduktion. Damit wächst auch der Bedarf an hochqualifizierten Mitarbeitern, in der Forschung und Entwicklung genauso wie im Technischen Vertrieb oder im Marketing. Der Ausbildung an Universitäten und Hochschulen kommt hier eine Schlüsselrolle zu.

Welchen Beitrag können Unternehmen leisten, damit die Innovationskraft künftiger Generationen erhalten bleibt?
Bosch investiert langfristig in Zukunftsmärkte wie erneuerbare Energien und Elektromobilität. Dementsprechend entfallen rund 45 Prozent des Jahresetats für Forschung und Entwicklung auf Erzeugnisse, die Energie und Ressourcen sparen. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen bereits seit Jahrzehnten Technikinnovationen, die durch ihre Anwendung in aller Welt erhebliche Energieeinsparungen im Alltag ermöglichen - etwa bei Antriebssystemen fürs Auto, bei Hausgeräten oder im Bereich der Raumklimatisierung. Von der Innovationskraft kommender Generationen hängt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit von Bosch und anderen ab, sondern auch die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Um diese weiter zu gewährleisten, setzen wir auf stärkere internationale Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Mit dem „Bosch InterCampus Program" wollen wir vorangehen und Vorbild sein für künftige Kooperationen.

Welche konkreten Ziele verfolgen Sie mit dem InterCampus Program?
Wir wollen möglichst ideale Rahmenbedingungen für Studierende und Wissenschaftler in vielen Teilen der Welt schaffen. Dazu zählt sowohl die Unterstützung durch finanzielle Mittel als auch die Chance zur Industrialisierung wissenschaftlicher Ergebnisse. Eine Vernetzung der Unis untereinander und mit der Wirtschaft halte ich hier für unerlässlich. Langfristig versprechen wir uns von unserem Engagement mehr Hochqualifizierte für den Arbeitsmarkt. Davon profitieren nicht nur einzelne Firmen, sondern Politik und Wirtschaft insgesamt.

Warum startet Bosch ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2011 eine Hochschulinitiative?
Der Anlass passt hervorragend: Wir feiern 2011 sowohl unser 125-jähriges Bestehen als auch den 150. Geburtstag des Firmengründers Robert Bosch. Seit ihrer Gründung als „Werkstatt für Feinmechanik und Elektrotechnik" versteht sich die Firma Bosch als Innovationsmotor - unsere 82 000 aktiven Patente untermauern diesen Anspruch. Das Jubiläum verstehen wir nicht zuletzt als Aufforderung an uns selbst, diesem Anspruch auch die nächsten 125 Jahre gerecht zu werden. So spannen wir mit dem InterCampus Program einen Bogen von der Herkunft in die Zukunft.

Was können Unternehmen abseits der Hochschulförderung leisten, um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten?
Vor allem die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter im Blick haben. Wer seine Mitarbeiter nicht als wertvollstes Kapital begreift, wird langfristig scheitern. Zentrale Aufgabe ist deshalb, auch in Unternehmen selbst ein hervorragendes Umfeld für Forschung und Entwicklung zu schaffen. Bei Bosch tun wir das in allen Teilen der Welt, übrigens weiterhin auch in Deutschland. Noch 2011 werden wir mit dem Bau eines neuen Forschungszentrums nahe Stuttgart starten. 1 200 Menschen werden hier zunächst arbeiten.

Wir bieten unseren Fach- und Führungskräften darüber hinaus zahlreiche weitere Entwicklungsprogramme auch in Themenfeldern wie Sprache oder kulturelle Verständigung an. Auch Möglichkeiten zum internationalen Einsatz gibt es viele. Im Schnitt nimmt jeder Mitarbeiter an zwei Weiterbildungen pro Jahr teil, insgesamt geben wir rund 200 Millionen Euro jährlich für das Thema aus. Unsere Mitarbeiter zahlen uns dies zurück durch ihr Engagement und ihre exzellente Arbeit. Verschiedene Studien zur Arbeitgeberattraktivität attestieren uns einen vortrefflichen Ruf unter Studierenden und Absolventen.

Was müssen Nachwuchskräfte von heute und morgen mitbringen? Worauf achtet Bosch, was bietet Bosch?
Neben fachlicher Qualifikation und guten Noten erwarten wir von unseren Bewerbern vor allem hohe Problemlösungsorientierung und Flexibilität. Dies betrifft auch Raum und Zeit. Teamarbeit über Landesgrenzen, Zeitzonen und Kulturkreise hinweg ist bei uns daily business. Ein von Innovationskraft geprägter Konzern wie Bosch lebt ferner von der Bereitschaft der Mitarbeiter zum lebenslangen Lernen. Was wir bieten? Ein innovatives, internationales, verlässliches Arbeitsumfeld. Vor allem aber eine einzigartige Unternehmenskultur. Wir legen Wert auf Werte. Denken und Handeln unserer Führungsetagen sind geprägt von Verantwortungsbewusstsein und orientieren sich an langfristigen Bedürfnissen des Unternehmens, seiner Mitarbeiter und der Gesellschaft. Diese Haltung ist untrennbarer Bestandteil unserer über 125 Jahre gewachsenen Unternehmenskultur und hat auch außerhalb Deutschlands Gültigkeit.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.inter-campus.org

Interview - 25. Mai 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Sven Kahn

+49 711 811-6415 E-Mail senden

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