Dr. forest. Christof Bosch, Sprecher der Familie Bosch, Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG, Mitglied des Aufsichtsrates der Robert Bosch GmbH" />

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Glückwünsche zum 125. Jubiläum Dr. forest. Christof Bosch, Sprecher der Familie Bosch, Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG, Mitglied des Aufsichtsrates der Robert Bosch GmbH

  • anlässlich der Gala zum Jubiläum „125 Jahre Bosch“ am 19. Mai 2011 in Stuttgart
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  • 19. Mai 2011
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Pressetext

Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn Robert Bosch hier stehen könnte und Sie versammelt sähe, um 125 Jahre Bosch zu feiern, dann wäre er wohl glücklich. Vermutlich würde er trotzdem anmerken, dass „die hochgeehrten Herren Vorredner“ in ihren Reden übertrieben haben. Das sagte er zumindest beim 50-jährigen Jubiläum im Jahr 1936. Und er hätte seine Rede kurz gehalten. Die Seinige dürfte damals – selbst in seiner bedachten Art zu sprechen – maximal zweieinhalb Minuten gedauert haben. Das gelingt mir wohl nicht.

Es ist mir eine große Ehre, zu Ihnen zu sprechen. Ich überbringe im Namen der Familie sozusagen die Glückwünsche von Robert Bosch zum 125. Jahrestag seiner Firma. In seinem Testament hat er uns aufgegeben, dafür zu sorgen, dass „sein Werk“ in dem Geist weitergeführt wird, in dem er es aufgebaut hat. Dazu hat die Generation meines Vaters einen entscheidenden Beitrag geleistet. Sie ermöglichte – nach einem schwierigen Entscheidungsprozess – in den 60er Jahren durch ihren Verzicht auf wesentliche Gesellschaftsanteile die heutige Unternehmensverfassung, die dem Unternehmen seine Unabhängigkeit sichert.

Meinen Großvater habe ich nicht mehr erlebt. Aber je älter ich werde, desto deutlicher wird mir, wie sehr er unsere Familie geprägt hat. Dies verbindet uns tief mit dem Unternehmen. So ist es für mich nicht nur ererbte Verpflichtung, mich für das Unternehmen zu engagieren. Mich bestimmt vielmehr meine persönliche Faszination und Überzeugung.

Mein Großvater schrieb in einem Brief an meinen Vater: „Das Unternehmen ist ein Segen für viele Menschen, namentlich für die, welche darin beschäftigt sind und darin ihre Zukunft sehen. Es ist aber auch eine gute Sache für unser ganzes Vaterland.“ Robert Bosch war Weltbürger. Dieses Vaterland ist heute unsere globalisierte Welt! Als seine Familie wollen wir dazu beitragen, diesen Geist von Robert Bosch lebendig zu halten.

Wie lässt er sich in Worte fassen? Ich glaube, ein Begriff beschreibt ihn am besten: Nachhaltigkeit. Meinem Großvater kam es auf ein nachhaltiges Wirtschaften an. Er hätte sicherlich diesen Begriff verwendet, hätte es ihn damals schon außerhalb der Forstwirtschaft gegeben. Dort hat man zuerst begriffen, dass wir auch für die kommenden Generationen wirtschaften.

Gleichzeitig sehen wir uns als Familie durch unsere Mitarbeit in den Aufsichtsgremien des Unternehmens und der Stiftung als Bindeglied zwischen den unternehmerischen und gesellschaftlichen Interessen von Robert Bosch, die sich heute auf diese beiden Institutionen verteilen.

Was wünschen wir uns als Nachkommen für die Zukunft des Unternehmens und der Stiftung? Es wäre großartig, wenn das Unternehmen konsequent sein Ziel weiter verfolgt, weltweit „Technik fürs Leben“ zu entwickeln. Eine Technik, die zur Bewältigung der großen Herausforderungen der Zukunft beiträgt, und dabei auch – ganz im Sinne meines Großvaters – den Mitarbeitern ein gutes Leben bietet. Für die Robert Bosch Stiftung stelle ich mir vor, dass sie einen Beitrag zu den gesellschaftlichen Aspekten der Nachhaltigkeit auf unserem enger werdenden Planeten leisten kann.

Es gibt also vieles zu tun, aber heute feiern wir! Wir feiern eine erstaunliche Geschichte. Sie begann vor 125 Jahren in einem Hinterhof hier in Stuttgart und führte durch gute und schwierige Zeiten zum heutigen Bosch! Und wir nehmen uns vor, sie so weiter zu schreiben, dass Robert Bosch auch in Zukunft stolz darauf sein könnte, seinem Namen in allen Ländern der Welt zu begegnen.

RF00120 - 19. Mai 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Claudia Arnold

+49 711 811-6403 E-Mail senden

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