Wirtschaft

Vorläufige Zahlen Geschäftsjahr 2010 Bosch kehrt auf klaren Wachstumskurs zurück 2011 soll Umsatz auf über 50 Milliarden Euro steigen

  • Jahresumsatz steigt um 24 Prozent auf 47,3 Milliarden Euro
  • Ergebnis vor Steuern erreicht Zielkorridor von sieben bis acht Prozent vom Umsatz
  • Boom in Schwellenländern sichert Arbeitsplätze in Deutschland
  • Mitarbeiter weltweit erhalten Jubiläumsbonus
  • Fortsetzung des globalen Aufschwungs erwartet
Beitrag sammeln
PDF herunterladen
  • 26. Januar 2011
  • Wirtschaft
  • Presseinformation

Pressetext

Stuttgart/Gerlingen – Die Bosch-Gruppe ist auf ihren Wachstumskurs zurückgekehrt und hat beim Umsatz bereits das Vorkrisenniveau von 2007 übertroffen. Im Geschäftsjahr 2010 erzielte das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 47,3 Milliarden Euro, der damit 24 Prozent über dem Vorjahr liegt (2009: 38,2 Milliarden Euro). „Das ist der höchste Jahresumsatz unserer 125-jährigen Unternehmensgeschichte“, sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Auch die Ertragslage der Bosch-Gruppe hat sich deutlich verbessert. Das Ergebnis vor Steuern erreichte 2010 sogar wieder den Zielkorridor von sieben bis acht Prozent vom Umsatz nach einem Vorjahresverlust von 1,2 Milliarden Euro. Die endgültigen Zahlen werden zur Bilanz-Pressekonferenz am 14. April 2011 veröffentlicht.

Erstmals über 10 Milliarden Euro Umsatz in Asien-Pazifik
Haupttreiber für den Aufschwung bei Bosch sind die weltweite Konjunkturerholung, der kräftige Anstieg der weltweiten Automobilproduktion sowie die erhöhte Nachfrage im Maschinen- und Anlagenbau. Ferner wurden deutliche Fortschritte bei der Sanierung von Verlustgebieten erzielt und in Nordamerika wieder die Gewinnschwelle erreicht.

In Asien-Pazifik hat Bosch den Jahresumsatz gegenüber 2009 nominal um 42 Prozent gesteigert und damit in der Region erstmals einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro erzielt. In Südamerika konnte das Unternehmen um 36 Prozent zulegen. Ferner stieg in Nordamerika der Umsatz um 27 Prozent und in Europa um 16 Prozent, allerdings von einem in diesen Regionen extrem niedrigen Ausgangsniveau. Fehrenbach ergänzte: „In Europa werden wir das Vorkrisenniveau von 2007 voraussichtlich erst wieder 2012/2013 erreichen“.

„Nachhaltig profitieren wir vom steten Wachstum der Schwellenländer Asiens und Südamerikas, wo wir seit vielen Jahren unsere Präsenz ausbauen. Dadurch konnten wir in der Rezession auch in Europa und Deutschland unsere Kernmannschaft an Bord halten. Ein Zusammenhang, der zurzeit allzu gern übersehen wird“, sagte Fehrenbach.

Alle Unternehmensbereiche wachsen zweistellig
Im vergangenen Jahr haben entsprechend der sektoralen und regionalen Erholung alle drei Unternehmensbereiche deutliche Wachstumsraten erzielt. Die Kraftfahrzeugtechnik weist mit einem Umsatzplus von 29 Prozent auf rund 28 Milliarden Euro den höchsten Anstieg aus (Vorjahr: 21,7 Milliarden Euro). Auch die Industrietechnik konnte mit einer Erhöhung von 27 Prozent auf über 6,5 Milliarden Euro den Umsatz kräftig steigern (Vorjahr: 5,1 Milliarden Euro). Vom Anstieg entfallen hierbei mehr als 500 Millionen Euro auf die erstmalige Konsolidierung der Mehrheitsbeteiligung an der aleo solar AG, die Bosch Ende 2009 erworben hatte. Der vom Konjunktureinbruch 2008/2009 erheblich weniger betroffene Bereich Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik weist einen deutlichen Zuwachs von etwa zehn Prozent auf rund 12,5 Milliarden Euro aus (Vorjahr: 11,3 Milliarden Euro).

Beschäftigtenzahl steigt in 2010 um rund 12 800
Die Zahl der Beschäftigten der Bosch-Gruppe erhöhte sich binnen Jahresfrist weltweit um 4,7 Prozent auf rund 283 500 Mitarbeiter. Entsprechend der Marktentwicklung wuchs die Zahl der Mitarbeiter in Asien-Pazifik mit rund 7 500 neuen Arbeitsplätzen am stärksten. Aber auch in Deutschland stieg die Zahl um rund 1 900 Mitarbeiter auf über 113 600. „Wenn sich die Wachstumsdynamik so fortsetzt, wird Bosch bis Ende 2011 rund 300 000 Menschen beschäftigen. Wir haben allein Bedarf an über 9 000 Hochschulabsolventen, davon 1 200 in Deutschland“, erläutert Fehrenbach.

Mitarbeiter erhalten hohe Erfolgsprämie und Jubiläumsbonus
Infolge des guten Jahresergebnisses 2010 wird das Unternehmen den Tarifmitarbeitern in Deutschland eine Erfolgsprämie bis zur Höhe etwa eines halben Monatsgehalts auszahlen. Das ist die höchste Erfolgsprämie bei Bosch seit vielen Jahren. Ferner bekommen anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Unternehmens alle Beschäftigten weltweit einen einmaligen Treuebonus abhängig von den Dienstjahren. Das Gesamtvolumen der Jubiläumszahlung beläuft sich auf rund 180 Millionen Euro.

Forschungs-, Entwicklungs- und Investitionstätigkeiten weiter erhöht
Bosch hat 2010 auch seine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um elf Prozent erhöht. Sie liegen bei rund vier Milliarden Euro (Vorjahr: 3,6 Milliarden Euro). Davon wurde fast jeder zweite Euro für neue ressourcen- und umweltschonende Produkte und Dienstleistungen eingesetzt. Die hohen Investitionen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,9 Milliarden Euro) führten unter anderem in Deutschland zum Hochfahren einer Solarzellenproduktion in Arnstadt. Im Südkorea wurde zusammen mit Samsung SDI eine Batteriezellenproduktion für Hybrid- und Elektroantriebe gestartet, in Singapur ein neues Forschungszentrum eingeweiht und in China der Grundstein für eine neue leistungsfähige Teststrecke gelegt.

Fortsetzung des globalen Aufschwungs in 2011 erwartet
Für 2011 rechnet Bosch mit einer Fortsetzung des globalen Aufschwungs, der allerdings an Dynamik verlieren und zu einem Gesamtwachstum von rund 3,5 Prozent führen wird. Der Hauptimpuls wird weiter von den Schwellenländern mit durchschnittlich mehr als sechs Prozent Wachstum ausgehen. Dagegen wird die Wirtschaft in Europa nur mit eins bis zwei Prozent wachsen, wobei Bosch für Deutschland ein Wachstum von mindestens zwei Prozent erwartet. Auch für die USA ist das Unternehmen zunehmend zuversichtlich. Aufgrund einer Erhöhung der Exporte sowie einer anziehenden Beschäftigung und Inlandsnachfrage rechnet Bosch in den USA mit einem Wachstum von mehr als drei Prozent. Als Hauptrisiken sieht das Unternehmen die noch nicht überwundenen Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise und die weitere Wechselkursentwicklung. „Jetzt ist die Solidarität Europas gefordert. Doch die Hilfe an die Länder kann nicht bedingungslos erfolgen“, kommentierte Fehrenbach.

2011: Im Jubiläumsjahr erstmals über 50 Milliarden Euro Umsatz
Im Jahr 2011 feiert die Bosch-Gruppe den 150. Geburtstag des Firmengründers Robert Bosch, ihr 125-jähriges Bestehen und 75 Jahre Dieseltechnik für Pkw weltweit mit zahlreichen Aktivitäten inklusive rund 200 Veranstaltungen für die Mitarbeiter. Wirtschaftlich erwartet das Unternehmen im neuen Geschäftsjahr erneut steigende Umsätze und positive Ergebnisse in allen drei Unternehmensbereichen. „Bosch wird 2011 erstmals die 50-Milliarden-Euro-Umsatzmarke überschreiten“, sagte Fehrenbach, „natürlich vorausgesetzt, dass es keine unerwarteten Einbrüche in der Weltwirtschaft gibt“.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI7251 - 26. Januar 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

René Ziegler

+49 711 811-7639 E-Mail senden

Diesen Beitrag teilen