| · Bosch erkennt hohen Wert von jahrzehntelang aufgebautem Know-how pensionierter Mitarbeiter
· Rund 580 Aufträge und mehr als 20 000 Expertentage in 2008
· Pensionierte Mitarbeiter helfen kurzfristig bei kniffligen Fragen
· Ein künftiger Schwerpunkt weitere Internationalisierung
Stuttgart – Die Bosch Management Support GmbH (BMS), 1999 mit dem Ziel gegründet, zeitlich befristete Beratungsleistungen durch Bosch-Pensionäre anzubieten, blickt auf eine erfolgreiche erste Dekade zurück. Was mit 30 ehemaligen Bosch-Mitarbeitern begann, zählt heute 880 Senior-Experten rund um den Globus. Im vergangenen Jahr absolvierten die Pensionäre im Alter zwischen 60 und 75 Jahren 580 Einsätze mit insgesamt mehr als 20 000 Beratertagen, davon die Hälfte außerhalb Deutschlands. Der BMS-Umsatz lag bei knapp 13 Millionen Euro.
Die Idee ist so einfach wie einleuchtend: Senior-Experten sind überall dort gefragt, wo es bei Engpässen kurzfristigen, aber sehr professionellen Bedarf gibt. Dies kann beim Anlauf einer Fertigungslinie in einer Auslandsgesellschaft, bei der Reorganisation des Rechnungswesens in einem Geschäftsbereich oder der Qualitätssicherung in einer Produktionsstätte sein. All diese früheren Bosch-Beschäftigten, vom Meister bis zum Manager, haben gemeinsam, dass sie freiwillig, professionell und gut vernetzt an ihre Aufgabe gehen. Spezifisches Fach- und Führungswissen, fundierte Kenntnis des Unternehmens und der Kultur ermöglichen ihnen, bei Beratungsaufträgen gleich voll einzusteigen – lange Einarbeitungszeiten sind hinfällig.
26 000 Jahre Know-how haben unschätzbaren Wert
Die Bosch-Abteilungen würdigen vor allem die Kompetenz der ehemaligen Kollegen. „Jeder verfügt über 30 bis 40 Jahre Bosch-Erfahrung. Insgesamt kommen so mehr als 26 000 Jahre an Know-how zusammen. Dies ist ein unschätzbarer Wert, den wir unbedingt so lange wie möglich an Bord halten wollen“, sagt Dr. Alfred Odendahl, der sich zusammen mit Thomas Heinz die Geschäftsführung teilt. Beide sind selber Bosch-Pensionäre und üben ihr Amt in Teilzeit aus.
Die Vorteile des deutschlandweit einzigartigen Ansatzes sind offensichtlich: Schlüsselqualifikationen und Erfahrung bei Bosch bleiben im Haus, aktive Senior-Experten erfahren Wertschätzung nach ihrer Pensionierung, geringere Honorarsätze als die externer Beratungen helfen Kosten für Beratungsleistungen im Rahmen zu halten und die BMS-Experten verdienen noch nebenbei. Auf die begehrte Dienstleistung können weltweit nur Bosch-Bereiche zurückgreifen. Neben speziellem Expertenwissen der Berater können dadurch auch vorübergehende Kapazitätsengpässe abgedeckt werden, häufig zur Unterstützung von jüngeren Kollegen am Standort. Daraus entsteht ein generationenübergreifender Austausch im Sinne gemeinsamen Lernens. Während die Jungmanager den Älteren etwa neue Software besser vermitteln können, haben die erfahrenen BMS-Experten oft jahrelange Routine in Führungs-, Motivations- und Fachfragen. Bei der täglichen Zusammenarbeit können die Senioren intern Brücken bauen. Die Kundenzufriedenheit belegt das: Von maximal 100 Punkten erzielten die BMS-Berater in den vergangenen Jahren kontinuierlich Bewertungen zwischen 85 und 88. Entscheidend für den Erfolg einer solchen Organisationseinheit sei aber auch die Unternehmenskultur. Odendahl: „Alter ist in unserem Unternehmen mit Erfahrung und damit positiv besetzt. Wo dies nicht der Fall ist, kann ein solcher Ansatz auch nicht funktionieren.“
Es war Tilman Todenhöfer, seinerzeit neben Hermann Scholl stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Bosch-Gruppe, der die BMS maßgeblich mit ins Leben gerufen hat. „Wir wollten teils 40 Jahre geballte Bosch-Erfahrung eines Mitarbeiters nicht einfach verlieren. Das spezifische Fachwissen, die fundierte Kenntnis von Struktur und Kultur sollten möglichst lange erhalten bleiben“, erinnert sich Todenhöfer. Bevor BMS aber 1999 an den Start gehen konnte, lag eine harte Wegstrecke vor den Initiatoren, besonders das deutsche Sozialversicherungsrecht. Ein Jahr lang mussten Fragen zur Krankenversicherungspflicht, Hinzuverdienstgrenzen, Antragsfristen geklärt und andere Holpersteine aus dem Weg geräumt werden, bevor die Manager an die Arbeit gehen konnten.
Neben dem Sitz in Leonberg bestehen nunmehr Niederlassungen in Lohr am Main, Wetzlar, Denham (UK) und Broadview (USA). Die weitere Internationalisierung ist eines der wichtigsten Zukunftsziele: „Wir wollen die Vorteile von BMS auch in andere Märkte tragen und streben daher weitere Standbeine etwa in Indien, Japan und Brasilien an“, so Odendahl.
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Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungs-unternehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik erwirtschafteten rund 270 000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 38 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 300 Tochter- und Regionalgesellschaften in über
60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Pro Jahr gibt Bosch mehr als 3,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldet über 3 000 Patente weltweit an. Mit allen seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.
Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861-1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen, langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte sind mehrheitlich bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafter-funktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.
Mehr Informationen unter www.bosch.com.
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PI6734 - September 2009 |