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Herausragendes neues Produktionsverfahren
Bosch-Forscher mit Innovationspreis ausgezeichnet
Preisverleihung der Berthold-Leibinger-Stiftung

· Forschungsarbeiten zur Anwendung von Laserlicht gewürdigt

· 1. Platz unter 33 internationalen Bewerbungen

· Entwicklungsarbeiten zum industriellen Einsatz neuartiger Lasersysteme ermöglichen genauere Sensoren, kleinere Bauteile und höhere Einspritzdrücke

Stuttgart / Ditzingen – Eine Forschergruppe der Robert Bosch GmbH und ihres Tochterunternehmens Bosch Rexroth AG ist mit dem Innovationspreis der Berthold-Leibinger-Stiftung ausgezeichnet worden. Jens König, Thorsten Bauer, Markus Willert und Ulrich Graf gewinnen mit ihrer Arbeit "Ultrakurzpuls-Lasertechnologie – Zukunft der hochpräzisen Mikrobearbeitung in der Großserie" den 1. Platz unter 33 Bewerbungen aus Universitäten, Institutionen und Industrie. Mit der Preisverleihung am Stammsitz der Trumpf-Gruppe in Ditzingen würdigte die Jury aus namhaften Experten die Umsetzung wissenschaftlicher Grundlagen in die industrielle Serienproduktion. Den 1. Preis überreichte Prof. Ursula Keller von der ETH Zürich, eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Ultrakurzpuls-Lasertechnik, dem Forscherteam von Bosch: "Die Ultrakurzpuls-Technologie wird die industrielle Mikrobearbeitung revolutionieren. Das Tor zur hochpräzisen Fertigung kleiner und kleinster Bauteile ist aufgestoßen." "Auf die Auszeichnung unserer Forschergruppe sind wir stolz und freuen uns, dass wir unseren Forschern und Entwicklern ein kreatives und herausforderndes Umfeld bieten können als Basis für solche herausragenden Arbeiten", sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.

Mit dem Innovationspreis der Berthold Leibinger Stiftung werden seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre Wissenschaftler und Entwickler gewürdigt und gefördert, die bei der Anwendung des Laserlichtes neue Wege gehen. Er ist einer der höchstdotierten internationalen Innovationspreise für Lasertechnologie. In diesem Jahr wurden vier Preise mit insgesamt 40 000 Euro verliehen. Unter allen Bewerbungen und Vorschlägen nominiert die Jury aus Persönlichkeiten und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft die besten der preiswürdigen Arbeiten. Mitglieder der Jury sind Prof. Dr. Ursula Keller, Prof. Dr.-Ing. Hubertus Christ, der Nobelpreisträger Prof. Dr. Theodor Hänsch, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hügel, Prof. Dr. Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger, Prof. Dr.-Ing. Hans-Jürgen Warnecke, Stephen Anderson, Prof. Dr. med. Hans-Peter Berlien, Prof. Dr. med. John Stuart Nelson und Prof. Dr. Orazio Svelto. "Wir sind begeistert, dass unsere neu geschaffene Fertigungstechnologie und die daraus abgeleitete Produktionstechnik von einer Jury so hochkarätiger Experten gewürdigt wird", erklärte Jens König, Sprecher der Forschergruppe von Bosch.

Neues Werkzeug für die Bosch-Produktionstechnik
Mit ihrer Technologie führt die Bosch-Forschergruppe ein neues Laserlicht-Werkzeug in die Großserienproduktion ein. Damit können sehr schnell und höchst präzise in nahezu alle Materialien kleinste Strukturen, viel feiner als ein menschliches Haar, eingearbeitet werden. Erste Anwendungen finden die neuen Techniken bei Bosch insbesondere bei der Fertigung von Sensoren und Diesel-Einspritzsystemen. Grundlegende Arbeiten dazu wurden im Rahmen von Verbundprojekten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Das Besondere an dem neuen Werkzeug ist die Teilung und Komprimierung der Laserenergie in kleinste Zeitsegmente. Jedes Segment ist mit wenigen Pikosekunden so kurz, dass in dieser Zeit Licht nur einen Millimeter zurücklegt. In dieser unvorstellbar kurzen Zeit werden aber gigantische Leistungen von mehreren hundert Megawatt erreicht – Leistung, wie sie ein Kraftwerk erzeugen vermag. Jedes Material, das mit einem derartigen Laserblitz beschossen wird, verdampft ohne vorher heiß zu werden oder gar zu schmelzen. Somit ist eine hochpräzise Bearbeitung ohne unerwünschte Schmelzgrate oder thermische Nebenwirkungen möglich.

Dieses neue Werkzeug mit ultrakurzen Laserpulsen wird weltweit erstmalig seit 2007 im Bosch-Werk Bamberg in der Abgassensoren-Produktion eingesetzt. Die Sensoren bestehen aus einer speziellen Keramik und messen Abgaswerte noch genauer und schneller. Über die Motorsteuerung können somit Schadstoffemissionen der Automobile noch weiter reduziert werden.

Gegenwärtig wird die Bearbeitungstechnik mit ultrakurzen Laserpulsen bei Bosch in der Fertigung von Common-Rail-Injektoren für moderne Dieseleinspritzsysteme eingeführt. Somit können kleinste Mikrokanäle hergestellt werden, die trotz Einspritzdrücken von bis zu 2000 bar dafür sorgen, dass das Gesamtsystem dicht bleibt. Dank dieser Technik werden die Einspritzsysteme noch zuverlässiger, leistungsfähiger und umweltschonender.

Innovationspreis würdigt Anwendungen des Laserlichts
Die Berthold Leibinger Stiftung vergab 2008 insgesamt vier Preise. Den zweiten Platz erreichte Richard Sandstrom und Bill Partlo (beide USA) für Arbeiten zur modernen Mikrolithografie. Der dritte Preis wurde wegen Leistungen vergleichbarer Güte zweimal verliehen – zum einen an Cary Gunn (USA) mit einer Arbeit zur Silizium-Photonik, zum anderen an Jürgen Czarske, Lars Büttner und Thorsten Pfister von der Technischen Universität Dresden für die Entwicklung eines Laser-Doppler-Distanzsensors.


Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungs-unternehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik erwirtschafteten rund 270 000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2009 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 38 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 300 Tochter- und Regionalgesellschaften in über 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Pro Jahr gibt Bosch mehr als 3,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldet über 3 000 Patente weltweit an. Mit allen seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861-1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen, langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte sind mehrheitlich bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafter-funktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com.

PI6323 - September 2008

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